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Über Interrobang - Was


„The interrobang
is a nonstandard punctuation mark
intended to combine the functions of the
question mark and the exclamation mark: ‽
A sentence ending with an interrobang asks
a question in an excited manner, expresses
excitement or disbelief in the form of a
question, or asks a rhetorical question.”



Wir entwickeln neue performative Formate zur Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, Phänomenen und Fragestellungen. In installativ-immersiven Theaterräumen und partizipativen game-Settings erleben die Teilnehmenden neue szenische Kommunikationsmodelle. Das Spiel mit theatraler Gemeinschaft wird so zum Spiel mit Gesellschaftsformen und Wertesystemen.

 

KRITISCHE IMMERSION

Neue theatrale Partizipationsformen, Zukunftsforschung (Preenactment), politische und gesellschaftliche Aktualität, Humor, Digitalität, offene Dramaturgien, installative Hypertext-Systeme, selbstgebaute und programmierte performative Apparaturen, einfache Zugäng­lich­keit – seit der Gründung 2012 hat sich Interrobang eine eigenständige künstlerische Handschrift erarbeitet, in deren Zentrum die Zuschauer*innen als verantwortliche Akteur*innen stehen. Thematisch kreisen unsere Arbeiten um (verdeckte) Machtstrukturen im digitalisierten Neoliberalismus: um die Möglichkeiten und gesellschaftlichen Folgen digitaler Selbstoptimierung, Überwachung, Gamifizierung und Privatisierung. In ihrer auf Partizipation angelegten Form verhandeln unsere Arbeiten immer auch die Möglichkeiten und Grenzen von Mitbestimmung. In Deep Godot interagiert das Publikum einzeln mit einer künstlichen Intelligenz als Altersbegleitung. Familiodrom verhandelt Erziehungsmodelle im Rahmen eines kollektiven Online-Erziehungsexperiments. Emocracy und Preenacting Europe setzen sich mit Demokratiekrise, Gefühlspolitik und Populismus auseinander: Welche populistischen Tendenzen schlummern in jeder*m von uns und wie lassen sie sich wecken? Wo gelangen wir an unsere Toleranzgrenzen? In all unseren Projekten geht es uns darum, die jeweiligen Themen konkret erfahrbar zu machen: den Zuschauer*innen die Möglichkeit zu geben, Themen partizipativ „zu durchlaufen“ und ihnen zugleich eine kritische Auseinandersetzung zu ermöglichen – eine kritische Immersion.

 

INTERROBANGS EXPERTISE IN DIGITALITÄT UND PARTIZIPATION

Schon vor der Coronakrise standen Digitalität und Partizipation im Zentrum unserer künstlerischen Arbeit. Unsere Projekte, die häufig in Zusammenarbeit mit Programmierer*innen entstehen, hinterfragen Machtstrukturen im digitalen Alltag. In der Vergangenheit haben wir dafür unter anderem algorithmische Erzählweisen aus digitalen Medien in analoge Räume überführt und mit dem Publikum performativ erprobt und verhandelt.

Zentral für unsere Arbeiten ist eine Multioptionalität: Die Stücke verlaufen selten entlang einer linearen Abfolge, sondern bieten Raum für Abzweigungen, multiple Ausgänge oder unvorhersehbare Dramaturgien. Entscheidungsträger*innen sind hier fast immer die Zuschauer*innen, die mit den Konsequenzen ihres eigenen Handelns selbstreflexiv konfrontiert werden. In unseren Projekten geht es damit immer auch um demokratische Prozesse, Mitbestimmung und Entscheidungs(un)freiheit innerhalb eines gesetzten Systems.

Im Zuge der Pandemie haben Digitalität und Partizipation einen neuen, gesamtgesellschaftlichen Fokus bekommen. Diese grundlegenden Veränderungen wollen in unserer zukünftigen Arbeit verstärkt aufgreifen. Analoge und digitale Theaterformen stehen für uns nicht in Konkurrenz zueinander. Beide bieten jeweils einzigartige Möglichkeiten und wir erproben mit Interrobang neue Wege und Formate, um digitale und analoge Erfahrungsräume zu bespielen und neu miteinander zu verknüpfen. Ab der Spielzeit 22/23 beginnen wir eine Zusammenarbeit mit der neuen digitalen Bühne HAU4 des Hebbel am Ufer Berlin und produzieren dort unsere hybride Performance Chat-Inferno (Premiere 30. September 2022 auf dem Festival „Spy on me #4“).

Wir produzieren und zeigen unsere Arbeiten im (inter)nationalen Kontext. Gemeinsam mit den Sophiensælen Berlin erhielten wir bis 2014 die Doppelpassförderung der Kulturstiftung des Bundes und realisierten mit unseren „Preenact­ments“ eine Reihe von performativen Zukunftsentwürfen. Preenacting Europe ging auf internationale Gastspiel-Tour: Kana Theater Szczecin (Polen), Schauspiel Leipzig, Schwankhalle Bremen, Junges Theater Göttingen, Europäisches Zentrum der Künste Hellerau, Zeitraum Exit Mannheim und der Plenarsaal des ehemaligen tschechoslowakischen Parlaments im tschechischen Nationalmuseum in Prag. Callcenter Übermorgen wurde 2015 zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen. Emocracy, entstanden in Koproduktion mit den Sophiensælen und dem Goethe Institut, wurde 2018 im Ivan Franko Theater in Kiew gezeigt und im Juni 2020 in einer Hybrid-Version im Meyerhold Zentrum Moskau. Familiodrom lief 2021 in einem digitalen Simultangastspiel zeitgleich in den Sophiensaelen Berlin und auf dem Internationalen figuren.theater.festival.

 

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